Mehr Sicherheit für Eigentümer von Jollen und Yachten
11. Juli 2008
Polizei und Versicherungswirtschaft starten Aufklärungsaktion in Deutschland und verteilen 40.000 Bootspässe – verbesserte Fahndung und mehr Schutz vor Diebstahl durch Bootspass
Stuttgart/Berlin – Ein eigenes Boot: Immer mehr Bürger erfüllen sich diesen Traum und suchen Erholung auf Deutschlands Gewässern. Ob auf einer Jolle oder auf einer luxuriösen Jacht, das Interesse am Wassersport steigt. Bereits fast jeder zehnte Deutsche verbringt seine Freizeit heute bevorzugt am oder auf dem Wasser. Der neue Trend weckt leider auch das Interesse der Diebe: Allein durch die deutschen Versicherer werden Bootswerte von 7,6 Milliarden Euro abgesichert. Etwa 130 Millionen Euro pro Jahr zahlen Versicherer für gestohlene Wasserfahrzeuge und Zubehör in Europa. Entsprechend stieg auch die Zahl der schifffahrtsbezogenen Sachfahndungen der Polizei an. Waren es im Jahre 2001 bundesweit noch 5.426 Ausschreibungen, so sind es 2008 etwas mehr als 7.500 Fahndungen. Mit dem vom Eigentümer auszufüllenden Bootspass wollen deutsche Versicherer und die Polizeiliche Kriminalprävention die Fahndung weiter verbessern und somit den Dieben und Hehlern das Leben schwerer machen. In einer Auflage von 40.000 verteilen Versicherer und Polizei den Pass jetzt an die Bootsbesitzer. Weitere Informationen dazu sind unter www.polizei-beratung.de veröffentlicht.
Anders als bei Straßenfahrzeugen sind Wasserfahrzeuge nicht einheitlich gekennzeichnet. Hinzu kommt, dass es für Boote bislang weder eine einheitliche Zulassungsbehörde noch ein einheitliches Zulassungsverfahren gibt. Dadurch haben Diebe und Hehler ein leichtes Spiel bei der „Vermarktung“ des Diebesguts. Der Bootspass ist deshalb ein wichtiges Mittel zur wirkungsvollen Fahndung. In dem Dokument können Bootsbesitzer den Namen des Bootes, technische Daten, Besonderheiten und Merkmale wie nicht serienmäßige Ausstattungen und Beschädigungen festhalten. Diese Informationen sind wichtig, um nach einem Diebstahl innerhalb kurzer Zeit gezielte Fahndungsmaßnahmen in die Wege leiten zu können. Die genaue Beschreibung des gestohlenen Bootes anhand des Bootspasses erleichtert aber auch die Identifikation und Zuordnung des ggf. später aufgefundenen Diebesgutes. Damit wird die Fahndungsarbeit der Polizei wirkungsvoller, für den Dieb bzw. Hehler das Entdeckungsrisiko erhöht und der Weiterverkauf erschwert.
Zum Schutz gegen Diebstahl von Booten gibt die Polizei folgende sechs Sicherheitstipps:
- Nehmen Sie Ihren Bootspass bereits zur Besichtigung Ihres neuen Bootes mit – in jedem Fall aber, wenn Sie sich zum Kauf entschließen. Auf die im Pass genannten Merkmale sollten Sie bereits beim Erwerb des Bootes achten.
- Höchste Vorsicht ist geboten, wenn Ihnen ein Boot ohne Rumpfnummer (CIN - Craft Identification Number) oder mit „überarbeiteten“ Individualnummern angeboten wird: Erkundigen Sie sich genau nach der Herkunft und den Besitzverhältnissen des Bootes. Es könnte gestohlen worden sein.
- Fotografieren Sie Ihr Boot aus verschiedenen Perspektiven; vergessen Sie dabei Besonderheiten und Bootszubehör nicht.
- Kopieren Sie den ausgefüllten Bootspass, damit Sie mehrere Ausfertigungen griffbereit haben – zum Beispiel für Ihre Akten zu Hause und für Ihre Bootspapiere unterwegs.
- Halten Sie die Angaben im Bootspass auf aktuellem Stand, vor allem nach dem Anbau von Zusatzgeräten oder nach größeren Reparaturen.
- Sichern Sie Ihr Boot gegen unbefugte Wegnahme. Prüfen Sie, ob der Außenborder und sonstiges außen angebrachtes Zubehör besser gegen Wegnahme geschützt werden können, z. B. durch künftige Mitnahme von Bord während des Stillliegens oder durch Aufbewahrung in einer Halle oder in der heimischen Garage.
Der Bootspass wird gemeinsam herausgegeben von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes und dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV). Bootsbesitzer können den Pass bei ihrem Versicherer bekommen. Er ist in Einzelexemplaren zu bestellen unter info@gdv.de und steht auf www.gdv.de und unter www.polizei-beratung.de zum Download bereit. Unter www.skipperinfo.de finden sich zudem Tipps und Hinweise zum Ausfüllen des Bootspasses.




